Der neue Weg des 3D-Kinos

Veröffentlicht in Essays mit Tags , , , , , am Januar 31, 2010 von Hollandkäse

Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis einer auf die Idee kommt. Es bietet sich ja gerade zu an; die 3D-Technik gibt einem noch mehr das Gefühl gibt, mittendrin zu sein. Die Rede ist von Pornos, allerdings nicht von normalen Pornos, die man auf jeder zweiten Seite im Netz findet, sondern um welche in 3D.
Wer jetzt denkt, dass das Quatsch ist und niemand auf so eine Schnapsidee kommen würde, hat seine Rechnung ohne Gaspar Noé und Tinto Brass gemacht. Beide Regisseure sind für ihre kontroversen Werke berühmt, und beide halten das mit dem 3D-Porno wohl für gar keine so schlechte Idee.

Gaspar Noé – mein persönlicher Lieblingsregisseur – hat schon in Cannes angekündigt, dass er “a joyful movie with explicit sex” drehen möchte. Nun geht er allerdings weiter und sagt, dass sein “pornographic melodrama” in 3D gefilmt werden soll. Dazu gebracht hat ihn wohl Avatar, denn Noé zeigte sich von der Technik begeistert: “With those Dolby glasses I saw it with, you can move your head around and see everything, the experience was really amazing.
Für Noé ist diese explizite Darstellung kein Neuland; beinahe alle seiner Filme beinhalten pornographische Szenen. In 3D dürfte das allerdings selbst für ihn eine Herausforderung sein.

Und auch Tinto Brass’ wohl bekanntester Film Caligula geizt nicht mit graphischen Darstellungen von Sex, allerdings wurden diese ohne sein Wissen eingefügt. Nun will er aber selbst einen Porno drehen, und so wie es sich anhört, dürfte es ein pornographisches quasi-Remake zu Caligula werden: “[I plan to] revisit an abandoned project about a Roman emperor that was ruined by Americans“.
Drehbeginn soll Mai sein, und es wird lustigerweise der erste Film sein, der in Italien jemals in 3D gedreht wurde.

Was soll man nun also davon halten, dass sich ziemlich namenhafte Regisseure die Idee in den Kopf gesetzt habe, einen 3D-Porno zu drehen? Ersteinmal nichts. Ich werde mir kein Urteil über die Filme bilden, bevor ich sie nicht gesehen habe. Dass normale Filme mit expliziten Szenen funktionieren, haben Shortbus und Ken Park (u.a.) schon längst bewiesen. Und wenn sich die beiden Regisseure nicht nur auf den Sex und die Technik, sondern auch auf das Drumherum konzentrieren, könnten die Filme gar nicht so schlecht werden. Aber das werden wir erst dann wissen, wenn die Filme gedreht wurden.

Enter the Void

MELANCHOLIE DER ENGEL erscheint über Shock DVD

Veröffentlicht in News mit Tags , , , , , am Januar 17, 2010 von Hollandkäse

Erinnert ihr euch noch an den dreckigen Sicko Cannibal, der in Deutschland sogar aufgrund von Gewaltpornographie beschlagnahmt wurde? Der Regisseur, der dafür verantwortlich ist, heißt Marian Dora, und Marian Dora hat einen neuen Film gedreht, der auf den Namen Melancholie der Engel (The Angels’ Melancholy) hört, und – laut den ersten Reviews und in Anbetracht der ersten Clips – in die gleiche Richtung geht.
Shock DVD hat sich jetzt diesem Film angenommen, und wird ihn in absehbarer Zeit veröffentlichen. Zur Einstimmung, hier noch drei Clips die andeuten, in welche Richtung der Film gehen wird.

Klick.

Melanie und die 16-jährige Bianca lernen auf einem Volksfest die mit Vorliebe in Versen sprechenden Männer Brauth und Katze kennen. Sie begleiten sie zu einem abgelegenen Gehöft, wo sie auf den alternden Todeskünstler Heinrich, die gehbehinderte Clarissa und die Fäkalienfetischistin Anja treffen – sowie auf Erniedrigung, Sadismus, Sex und Tod.

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Review: FINAL DESTINATION 4 3D

Veröffentlicht in Reviews mit Tags , , , am November 1, 2009 von Hollandkäse

Text enthält leichte Spoiler.

Ich mag die Final-Destination-Reihe ja. Angefangen von der spektakulären Anfangsszene bis hin zu den originellen Morden, war die Serie bis jetzt immer sehr unterhaltsam. Allerdings merkte man schon, dass das Niveau und die Qualität von Teil zu Teil sank. Und nachdem schon der dritte Teil nur noch mittelmäßiger Durchschnitt war, ist Teil 4 nun die konsequente Weiterführung davon: ganz großer Mist.

Fangen wir mit der Anfangsszene an. Da bleibt mein ungeschlagener Favorit Teil 2, mit dem extrem coolen Crash auf der Autobahn. Teil 4 macht beinahe das Gleiche, nur findet es dieses mal auf einer Rennstrecke statt. Doch als das Crash-Spektakel dann anfing, konnte ich bloß enttäuscht seufzen: die Explosionen sind größtenteils CGI-Quark, die Morde sehen billig getrickst aus und sind meistens auch computeranimiert. Und eine wirkliche Spannung gab es dabei auch nicht.

The Final Destination

Die Überlebenden wurden dann natürlich auch nach ihrem jeweiligen Klischee ausgewählt: es gibt den Softie, das ängstliche Mädchen, den Macho, den obligatorischen Bad-Boy und einen Quoten-Schwarzen, um nur ein paar der unglaublich voraussehbaren Charaktere aufzuzählen. Wirklich eingegangen wird auf keinen dieser Charaktere, und deshalb bleiben sie den ganzen Film über nur leere Hüllen, auf deren Tod man förmlich wartet. Und der fällt dann meistens ziemlich unspektakulär und schlecht aus, denn auch hier konnten es sich die Verantwortlichen nicht verkneifen, billigste CGI-Effekte zum Realisieren der Morde zu benutzen. Handgemachten Splatter findet man in diesem Film mehr als selten.

Was die Morde außerdem ziemlich lächerlich aussehen lässt, sind die “Zufälle”, die diesen Mord zu Stande kommen lassen. Natürlich gab es sie schon immer, diese Situationen, in denen man nur mit dem Kopf schütteln konnte; in diesem Teil wird der Bogen allerdings so überspannt, dass man irgendwann nur noch gelangweilt da sitzt und sich vorkommt, als würde man einer Hollywood-Version des Domino-Days zusehen.

Und dann kommt das altbekannte “zynische” Ende, und selbst das wurde in diesem Teil extrem versaut. Anstatt den Mord wie in jedem anderen Teil ganz normal zu zeigen, schaltet der Film hier auf X-Ray-Sicht um, und lässt das Ganze wie einen schlechten Cartoon aussehen. Für den Vorspann war die Idee ja echt gelungen, das Ende wird dadurch allerdings einfach nur enttäuschend.

The Final Destination

Fazit: Der Plot ist der Gleiche geblieben, aber der Rest hat sich konsequent verschlechtert. Mord-Situationen jenseits von Gut und Böse, billigster CGI-Matsch und ein Ende, das schlechter nicht hätte sein können. Da reißt auch 3D nichts mehr raus. Am Ende sind meine Begleitung und ich auf ein nicht ganz ernst gemeintes, aber sehr aussagekräftiges Fazit gekommen: Die beste Szene im Film war die, als man den Hauptdarsteller oben ohne sehen durfte. Und das ist für so einen Film schon sehr, sehr arm.

3/10

Review: K3 – PRISON OF HELL

Veröffentlicht in Reviews mit Tags , , , , am Oktober 25, 2009 von Hollandkäse

Kaudale Impressionen inhaftierter Mundfotzen

Viel habe ich mir ja von dem Film nicht viel erwartet. Einen Amateur-Streifen mit derb-lustigen Dialogen, ein bisschen Rumgesaue mit Blut und noch mehr Rumgesaue mit Sex. Nur kam es dann ein bisschen anders, als ich es mir gewünscht hatte.

Erstmal zur Story: In dem Gefängnis K3 werden die Frauen unmenschlich behandelt, vergewaltigt und gefoltert, und die hauseigene Ärztin ist mit der Situation nicht einverstanden, und flieht deshalb mit 2 anderen Frauen in den Urwald – das war’s. Das ist jetzt nicht einmal von mir überspitzt, das ist wirklich die komplette Story. Aber wer brauch schon eine Story, wenn man Sex haben kann, nicht wahr? Und davon gibt es in dem Film genug, um ehrlich zu sein sogar mehr, als ich gehofft habe. Und bei jeder Sexszene musste ich mir die Frage stellen: Wofür ist die gut? Ich meine, gibt es wirklich Männer, die eine schlecht gespielte Vergewaltigung anturnt?

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Wo ich gerade von schlechtem Schauspiel rede: K3 ist natürlich ein Paradebeispiel dafür, wie man nicht schauspielern sollte. Allerdings ziehe ich dafür, angesichts des wahrscheinlich eher kleinen Budgets, keine Punkte ab.
Wofür ich allerdings Punkte abziehe sind die extremen Logiklöcher, die der Film einem gegen den Kopf wirft, in der Hoffnung, man würden davon nichts mitbekommen. Neben den Logiklöchern gibt es dann auch noch dämliche Filmfehler. Beispiel: Eine Jungfrau wird angekettet und vaginal gefistet, damit ihr Jungfernhäutchen reißt. Irgendwann fängt sie an, aus der Vagina zu bluten, und es gibt einen Schnitt. Nun sehen wir dieselbe Szene, nur aus einer anderen Einstellung, und seltsamerweise ist das Blut verschwunden. Wieder ein Schnitt, und das Blut ist wieder da; nach dem Nächsten ist es allerdings wieder weg.
Solche dümmlichen Fehler ziehen sich leider durch den kompletten Film, und schmälern das Filmerlebnis immens.

Blut sieht man in dem Film allerdings auch eher wenig, nur gegen Ende wird die Gewaltschraube angezogen. Dann springen die Gewaltszenen zwischen “gut getrickst” und “absolut billig” hin und her, was die Folterszenen eher blöd als grausam aussehen lässt. Der seltsame und überzogene CGI-Headshot am Ende ist da nur die Spitze des Eisberges. Von Ittenbach ist man da mehr gewohnt.

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Fazit: Nun ist es natürlich fies, einen Amateur-Film an den Standards eines Hollywood-Filmes zu messen. Aber auch, wenn ich ihn als einen No-Budget-Film betrachte, ist er immer noch sehr, sehr schlecht. Die Schauspieler agieren blöde, überall fällt man in Logiklöcher, der Film ist voller Fehler, die Gewaltszenen sind enttäuschend, und die Sexszenen sind widerlich und abstoßend zugleich. Sorry Bethmann, aber das geht besser.

2/10

Review: MY BLOODY VALENTINE 3D

Veröffentlicht in Reviews mit Tags , , am Oktober 25, 2009 von Hollandkäse

Von Slashern erwarte ich von Anfang an nicht viel: eine dünne Story, die nur dem Zweck dient, die Morde zu umrahmen; ein paar gute Special Effects, die ruhig schön blutig ausfallen dürfen, und ein paar nackte Tatsachen, um das Ganze abzurunden. Und My Bloody Valentine 3D bietet einem genau das, und an einigen stellen sogar etwas mehr.

Die Story ist leicht wiederzugeben: Der Bergmann Harry Warden tötet in einer Nacht 22 Jugendliche, die in einem Bergwerk eine Party feierten. Der Junge Tom überlebt dies nur knapp und flüchtet danach aus der Stadt; der Killer wurde umgebracht, und alles scheint in Ordnung. Doch als Tom zehn Jahre später wiederkehrt, geht das Morden von Neuem los, und es scheint, als sei auch Harry zurückgekehrt.

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Ja, die Story bietet natürlich nicht viel, aber es reicht, um den Film nach vorne zu treiben. Langweilig wird es eigentlich nie. Allerdings ist das Ende ein bisschen zu offensichtlich, vor allem weil viele Szenen mehr als deutlich darauf hinweisen. Die Story dient aber auch mehr oder weniger nur als Lückenfüller zwischen den Morden, und die sind in diesem Streifen sehr explizit ausgefallen. Ich hatte ja erst meine Zweifel, der Film hat schließlich ein R-Rating und lief ungeschnitten mit einer FSK-Freigabe in den deutschen Kinos. Aber trotzdem sind die Szenen sehr oft sehr saftig und immer mehr oder weniger einfallsreich. Gut getrickst sind sie auch, bis auf zwei ziemlich lächerliche CGI-3D-Effekte, die man sich besser hätte sparen sollen.

Da ich gerade davon rede: die 3D-Effekte. Leider habe ich den Film nicht in einem Kino bestaunen dürfen, wo die Szenen definitiv effektiver gewesen wären, sondern musste auf die DVD zurückgreifen, die noch auf das Grün/Rot-Verfahren setzen muss. Das tut dem Sehspaß leider einen großen Abbruch, und vom 3D bleibt nur noch die Tiefe übrig. Erwartet also nicht, dass euch zu Hause die Spitzhacke um die Ohren fliegt. Wird sie nicht. Leider. Allerdings kann ich dafür keine Punkte abziehen, denn der Film ist ganz klar für eine andere Technik entwickelt und gedreht worden. Wenn ihr also die Chance habt, ihn im Kino zu erleben, solltet ihr diese nutzen.

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Fazit: Nun ist der Film natürlich ein Remake, und ich muss zugeben, dass ich das Original nie gesehen habe. Deswegen habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, und kann nicht abwägen, inwiefern er sich an das Original hält. Dieser Film gefiel mir allerdings ausgesprochen gut. Er hat zwar kaum Handlung und Logik, macht dafür aber einfach nur Spaß und ist spannend.

7,5/10

Review: CRANK 2: HIGH VOLTAGE

Veröffentlicht in Reviews am Oktober 24, 2009 von Hollandkäse

Nachdem der Film schon von mehreren Bekannten als “richtiger Männerfilm” tituliert wurde, hätte ich eigentlich wissen sollen, dass ich mir den Film nicht antun sollte. Ich habe es trotzdem getan, und meine ohnehin schon niedrigen Erwartungen wurden weit unterboten.
In dem Film geht es um Titten, Ballerei und hirnrissige One-Liner. Und diese drei Sachen werden dann auch ausführlich zelebriert: An jeder nur erdenklichen Stelle liegen sinnlos platzierte Busenwunder, aus heiterem Himmel wird eine Schießerei angezettelt, die unser unsympatischer Antiheld – natürlich ohne eine Kugel abzubekommen – übersteht, und wenn diese dann vorbei ist, lässt er einen coolen Spruch ab um uns zu zeigen, dass das Ganze für ihn ungefähr so spannend wie ein Spaziergang im Park war.

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Was das Fass dann allerdings gewaltig zum überlaufen bringt ist das debile Ende. Wer hat sich das bitte ausgedacht? Und wieso muss man Feuer so schlecht animieren?

Wenn man dem Film allerdings etwas zu Gute halten kann, dann sind das seine verrückten Ideen (die Szene mit der Psychologin ist super) und die interessante Kameraarbeit. Das kann allerdings die testosterongeschwängerte Dummheit auch nicht ausbessern.

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Fazit: Ich bin wahrscheinlich einfach nicht der Typ für diese Hirn-aus-Männerfilme, und es mag sicher Leute geben, für die der Film echt gut war und die eine Menge Spaß beim Ansehen hatten. Ich gehöre allerdings nicht dazu; für mich ist Crank 2: High Voltage ein Film, der klischeehafter, sexistischer, dümmer und “männlicher” nichts ein könnte.

2/10

Review: CORALINE

Veröffentlicht in Reviews am September 13, 2009 von Hollandkäse

Stop-Motion Filme sind heutzutage eine Seltenheit geworden. Durch die neuen Animations-Techniken wird ein lieblos gemachter CGI-Film nach dem anderen ins Kino gebracht, ohne, dass sich noch jemand darum kümmern würde, dem Film Herz und Seele zu geben.
Coraline hat so was.

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Die Geschichte handelt von der kleinen Coraline Jones, die mit ihrem Zuhause nicht zufrieden ist und sich nach einer spannenderen, netteren Welt sehnt. Wie das Schicksal es so will, findet sie eine kleine Tür, die in solch eine Welt führt.
Und genau in dieser Welt lässt der Regisseur Henry Selick – bekannt durch Nightmare Before Christmas – seiner Fantasie freien lauf. Da gibt es dann zum Teil wunderschöne Szenen, bei denen man sich wünscht, auch dort zu sein, aber auch gruselige, alptraumhafte, die dem ein oder anderen Kind schlaflose Nächte gebracht haben sollte.

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In der Animation erkennt man die Liebe zum Detail, die in diesem Film steckt. Überall sind urige Dinge zu erkennen, die durch den unverkennbaren Stop-Motion-Stil das Gefühl, in einer Traumwelt zu sein, perfekt machen. Allerdings hatte ich an der ein oder anderen Stelle das Gefühl, dass zu wenig Bilder geschossen wurden, weil mir die Animation etwas holprig erschien. Das tut der Schönheit des Film allerdings keinen Abbruch.

Der Film kann an manchen Stellen allerdings auch jede Schönheit verschwinden lassen, und dann wird er sehr, sehr düster. Wo vorher noch knallbunte Farben dominierten, sind diese dann verblasst, und die visuelle Farbenpracht wird zu einem dunklen Horrormärchen. An dieser Stelle auch eine Warnung, dass das Wort “Kinderfilm” bei diesem Werk sehr vorsichtig benutzt werden sollte. Denn für Kinder ist das Geschehen hier oft nichts.

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Trotzdem schafft Coraline immer wieder den Spagat zwischen Erwachsenenunterhaltung und “Kinder”film, in dem die eine Seite niemals die andere zu überwiegen scheint, und stellt sich damit als ein wunderschönes Märchen da, das alle Animations- und Zeichentrickfilme der letzten Zeit – abgesehen von “Wall-E” – übertrifft, und sich in Bereiche traut, die Disney nicht einmal ansehen würde. Ganz großes Kino!

9/10

Anbei: Ich bin nach dem Ansehen übrigens sehr traurig gewesen, nur die 2D-Version gesehen zu haben, weil manche Szenen nur so nach 3D schreien. Meine Empfehlung ist also: 3D-Version schauen.

Review: GROTESQUE

Veröffentlicht in Reviews mit Tags , , , , , am August 1, 2009 von Hollandkäse

Es ist immer so eine Sache, mit den “über-brutalen” Filmen. Man liest viel über sie, es baut sich langsam aber sicher ein Hype auf, dann kommt jemand als erster Augenzeuge und berichtet, wie unglaublich brutal und böse menschenveranchtend der Film doch sei, es wird weiter gehyped, dann kommt die DVD auf den Markt, man kauft sie sich für teuer Geld, legt sie in DVD-Player, drückt Start – und dann wird man endlos enttäuscht.

So auch in diesem Fall. Grotesque war zu Anfang nur ein Trailer auf einer Website, der plötzlich verschwand, was die Gerüchteküche brodeln ließ. Auf der Website stand nun “Gestoppt”. Was war so schlimm an diesem Film, dass er anscheinend nicht einmal in Japan laufen durfte? Ist er so hart, dass er alles Dagewesenen toppen wird? Werden wir echte Snuff-Aufnahmen zu Gesicht bekommen?

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Die Antwort ist: Nein und nein. Der Film ist hart und hat auch mitunter seine sicken Stellen, ja, aber ihn als die Krone, als heilige Handgranate der Torture-Porn-Welle darzustellen, ist etwas weit hergeholt. Aber worum geht’s überhaupt in dem Film? Ein Paar – das scheinbar nicht mal wirklich ein Paar zu seinen scheint – wird entführt und auf die Probe gestellt: Sind sie bereit, für den Anderen zu sterben, Qualen zu leiden? Wie groß ist ihr Überlebenswillen? Und, das wichtigste überhaupt – ist er groß genug, um dem Peiniger Erregung zu beschaffen? …

Jaja, genauso hirnrissig wie die Story klingt ist sie auch, und fungiert höchstens als Alibi-Handlung, die das zeigen abartigster Foltereien rechtfertigen soll. Aber wie abartig sind diese denn überhaupt? Nun ja, sehr. Aber bis auf eine Szene gab es nichts, dass ich nicht schon anders, besser in einem anderen Film gesehen habe. Der Film zeigt viel, aber nicht alles, und bleibt deshalb weit hinter den Erwartungen, der größte Gore-Knaller und Blut-Schmuddel-Film mit allerhand Gekröse zu sein, zurück. Und auch in Sachen Atmosphäre haben mich andere Einträge im Torture-Porn-Register mehr überzeugt, als dieser Hostel-Klon; die seltsamen Matschgeräusche, die bei jeder Folter auftreten, sind dabei Stimmungskiller Nr. 1!

Was allerdings gar nicht geht ist das Ende. Ich möchte jetzt nicht spoilern, aber wo vorher noch Ernsthaftigkeit und Hand-made-FX zu finden waren, sind am Ende nur noch Albernheit und CGI-Matsch von übrig.
Beachtenswert ist allerdings die Tatsache, dass der Film, obwohl er eine Japan-Produktion ist, Genitalien unzensiert lässt, und wohl der erste Horrorfilm ist, der in Japan eine “ab 20″-Freigabe bekommen hat. Ob er die verdient hat, sei dahin gestellt.

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Nun ist das mit der Abartigkeit und der Härte natürlich alles subjektiv und es mag sicher Leute geben, für die Grotesque der schlimmste Film ever ist. Für mich ist er das nicht. Was er allerdings ist: eine Enttäuschung. Und zwar nach Martyrs schon die Zweite. Und 30€, die ich anders hätte auf den Kopf hauen können.

4/10

Review: BRÜNO

Veröffentlicht in Reviews mit Tags , , , am Juli 30, 2009 von Hollandkäse

Viel wurde im Voraus über Sacha Baron Cohens neue Mockumentary Brüno geschrieben. Dass sie skandalöser als Borat sei, wurde gesagt. Als dann der Film in den USA noch ein NC-17-Rating bekam, fühlte man sich in dieser Annahme bestätigt.

Brüno

Und Brüno ist tatsächlich kein sehr netter Film geworden. Wie schon bei Borat streut Cohen nicht nur Salz in die Wunden unserer Gesellschaft, sondern bohrt mit dem Finger lustig darin herum. Einigen Leuten dürfte das Lachen im Halse stecken bleiben, wenn z.B. Cohen Eltern dazu bringt, einzuwilligen, dass ihre Babys für einen Model-Job eine Fettabsaugung über sich ergehen lassen. Oder vor einem großen Publikum zugibt, dass er sein schwarzes Baby “OJ” genannt hat, und sagt, dass Baby “der reinste Schwanzmagnet” ist. Was der MPAA allerdings am wenigsten gefallen haben dürfte, ist der Sex, der im Film beinahe durchgehend eine Rolle spielt. Dabei zeigt der Film manchmal mehr, als der ein oder andere vielleicht sehen wollte – und das ist erst die R-Rated-Fassung!

Brüno

Diese Szenen – seien sie nun böse, sarkastisch, zynisch oder sexuell – haben allerdings alle eins gemeinsam: Sie sind zum Brüllen komisch! Nun sind sie allerdings nicht so entlarvend wie bei “Borat”, sondern des Öfteren nur da, um zu provozieren. Und das schafft der Film gut.

Cohen ist nicht anders als andere Real-Satiriker. Nur böser, direkter und sarkastischer. Und genau das macht den Film so verdammt lustig. Der einzige Film, an den ich mich erinnern kann, der mich mehr zum Lachen gebracht hat als “Brüno”, war “Borat”, der auch von Sacha Baron Cohen ist – und das will was heißen. Cohen ist für mich der beste Komiker unserer Zeit – und wahrscheinlich auch der böseste.

8/10

Zum Vergleich: Borat – 9/10

Xavier Gens’ Zombieschocker: Erster Teaser zu THE HORDE

Veröffentlicht in Trailer mit Tags , , , , , , am Juli 5, 2009 von Hollandkäse

Der durch Hitman und Frontier(s) bekannt gewordenen Regisseur Xavier Gens bastelt bekanntermaßen gerade an einem Zombiestreifen, an La Horde. Nun gibt es endlich den ersten Teaser dazu zu bestaunen, und was man da zu Gesicht bekommt, sieht nicht einmal schlecht aus:

Erinnert ein bisschen an den Ego-Shooter Left 4 Dead aus dem Hause Valve. Wir dürfen gespannt sein, was da auf uns zukommt.