Es war ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis einer auf die Idee kommt. Es bietet sich ja gerade zu an; die 3D-Technik gibt einem noch mehr das Gefühl gibt, mittendrin zu sein. Die Rede ist von Pornos, allerdings nicht von normalen Pornos, die man auf jeder zweiten Seite im Netz findet, sondern um welche in 3D.
Wer jetzt denkt, dass das Quatsch ist und niemand auf so eine Schnapsidee kommen würde, hat seine Rechnung ohne Gaspar Noé und Tinto Brass gemacht. Beide Regisseure sind für ihre kontroversen Werke berühmt, und beide halten das mit dem 3D-Porno wohl für gar keine so schlechte Idee.
Gaspar Noé – mein persönlicher Lieblingsregisseur – hat schon in Cannes angekündigt, dass er “a joyful movie with explicit sex” drehen möchte. Nun geht er allerdings weiter und sagt, dass sein “pornographic melodrama” in 3D gefilmt werden soll. Dazu gebracht hat ihn wohl Avatar, denn Noé zeigte sich von der Technik begeistert: “With those Dolby glasses I saw it with, you can move your head around and see everything, the experience was really amazing.“
Für Noé ist diese explizite Darstellung kein Neuland; beinahe alle seiner Filme beinhalten pornographische Szenen. In 3D dürfte das allerdings selbst für ihn eine Herausforderung sein.
Und auch Tinto Brass’ wohl bekanntester Film Caligula geizt nicht mit graphischen Darstellungen von Sex, allerdings wurden diese ohne sein Wissen eingefügt. Nun will er aber selbst einen Porno drehen, und so wie es sich anhört, dürfte es ein pornographisches quasi-Remake zu Caligula werden: “[I plan to] revisit an abandoned project about a Roman emperor that was ruined by Americans“.
Drehbeginn soll Mai sein, und es wird lustigerweise der erste Film sein, der in Italien jemals in 3D gedreht wurde.
Was soll man nun also davon halten, dass sich ziemlich namenhafte Regisseure die Idee in den Kopf gesetzt habe, einen 3D-Porno zu drehen? Ersteinmal nichts. Ich werde mir kein Urteil über die Filme bilden, bevor ich sie nicht gesehen habe. Dass normale Filme mit expliziten Szenen funktionieren, haben Shortbus und Ken Park (u.a.) schon längst bewiesen. Und wenn sich die beiden Regisseure nicht nur auf den Sex und die Technik, sondern auch auf das Drumherum konzentrieren, könnten die Filme gar nicht so schlecht werden. Aber das werden wir erst dann wissen, wenn die Filme gedreht wurden.
















