Review: [REC] 2

Der erste Teil von [REC] war eine Granate. So gruselig, dass ich meine Finger aggressiv in ein Kissen gebohrt habe, so spannend, dass ich auf meinem Platz ganz hibbelig wurde. Natürlich sind da die Erwartungen an eine Fortsetzung riesig. Aber wie schon Blair Witch 2 gezeigt hat, gehen Fortsetzungen gruseliger Horrorfilme nicht immer gut. Oder wie in diesem Fall: total daneben.

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Die Story setzt kurze Zeit nach dem ersten Teil an: Eine Sondereinheit wird in das Haus geschickt, in dem der erste Teil gespielt hat und in dem das Virus ausgebrochen ist, das Menschen zu einer Art Zombie werden lässt. Dort treffen sie Dr. Owen, der sich als ein Mitarbeiter des Gesundheitsministerium ausgibt. Als dann aber seine wahre Identität ans Licht kommt, ist jede Hoffnung an ein eine Flucht aus dem Horror-Haus verloren.
So weit, so schlecht. Die Tatsache, dass die Hauptpersonen dieses Mal in Form von ausgebildeten Polizisten dargestellt werden, nimmt schon mal jede Möglichkeit zur Identifikation. Mit ihren Waffen ist es leicht, sich zu wehren, sollte man denken. Aber nein, die die Mitglieder der Gruppe scheinen wohl den Selbstverteidigungskurs geschwänzt zu haben, und so lassen sie sich von den Kreaturen anspringen, und sollten sie doch mal zur Waffe greifen sind sie nicht in der Lage, ein Ziel zu treffen, das nur einige Meter von ihnen entfernt ist. Dieses Verhalten wäre bei unausgebildeten Menschen natürlich verständlich, aber bei einem Sonderkommando sieht das einfach nur lächerlich aus.

Und lächerlich ist so einiges in [REC] 2: Der ganze Religionsaspekt ist an manchen stellen derartig überzogen, dass es schon unfreiwillig lustig wird. Und auch das Over-Acting des “Dr. Owen” und so einigen anderen Personen wirken sich nicht positiv aus die gruselige Atmosphäre des Filmes aus. Irgendwann dachte der Regisseur dann wohl noch, dass er einen dramatischen Twist einbauen müsse, aber leider kann auch dieser nicht mehr als ungläubiges Kopfschütteln auslösen.

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Diese ganze unfreiwillige Komik ist natürlich ein Todesurteil für einen Film, der seine Zuschauer zittern lassen möchte. Und so versucht er noch einiges mit seinem Wackselkamera-Stil rauszureißen, und das klappt an manchen Stellen sogar. Allerdings hat man auch hier – wie bei den Twists – manchmal etwas zu tief in die Innovation-Kiste gegriffen. Das Design der Helm-Kamera-Bilder der Polizisten sieht dermaßen aufgesetzt aus, dass es auch aus einem zweitklassigen Ego-Shooter hätte kommen können. Und dann hat der Regisseur wohl noch in einigen Reviews gelesen, dass der Verbindungsabbruch der Kamera gut ankäme; dass also das Bild verpixelt oder gänzlich verschwindet. Damit wird man dann letztendlich in diesem Film totgeschüttet: Ständig fehlt entweder Bild oder Ton, das Bild verpixelt oder wird unscharft. Für dramatische Höhepunkte ist das tatsächlich ein sehr intensives Stilmittel, aber in den Massen, in denen es hier auftritt, ist es nur nervig.

Und dann gibt es das Ende, das natürlich offen ist, schließlich wurden ja schon zwei weitere Fortsetzungen angekündigt und irgendwie muss man die Menschen ja dazu kriegen, sich auch diese anzusehen. Nun hatte ja auch der erste Teil ein relativ offenes Ende, ein Ende, das einem mit Unbehagen und flauem Gefühl im Magen zurück lässt. Bei [REC 2] ist das anders. Hier hätte nur noch ein Schriftzug mit der Aufschrift “Fortsetzung folgt” gefehlt, so unbefriedigend ist es. Wer schon mit den Augen bei Teil 3 ist, vernachlässigt natürlich die Qualität des Zweiten.

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Fazit: [REC 2] ist eine herbe Enttäuschung. Ich hatte ja damit gerechnet, dass der Film nicht so gut wie sein Vorgänger wird, aber dass es so ein Griff ins Klo wird, das hätte ich dann auch nicht gedacht. Fans von gruseligem Wackelkamera-Horror sei also geraten: Kauft euch Teil 1 und vergesst ganz schnell, dass dieses Sequel existiert. Es ist besser so.

3/10

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