Uwe-Boll-Hass
Ich wundere mich immer wieder darüber, dass viele Filmfans Uwe Boll derart negativ gegenüber stehen. Natürlich ist es offensichtlich, dass er nicht den gelungensten Start in die Film-Branche hatte, und seine Karriere deshalb von Anfang an einen Knacks hatte: Seine Videospiel-Verfilmungen waren größtenteils eher schlecht. Aber anscheinen werden diese schlechten Filme, mit denen Boll seine Karriere gestartet hat, auf seine ganze weitere Filmographie projiziert und so wird jeder neue Boll-Streifen von den meisten sofort als schlecht angesehen.
Niemand scheint mitgekriegt zu haben, dass Boll nun auch eigene Ideen realisiert und dabei keine schlechten Filme rauskommen. Allerdings traut sich Boll an Themen, die für die meisten nur schwer zu verdauen sind. Dann wird geglaubt, dass Boll aus ernsten Themen billige Exploitation-Filme machen würde, obwohl das gar nicht der Fall ist. Wer in Stoic Exploitation sieht, sollte unbedingt sein Film-Fachvokabular überprüfen. Dennoch wird von vornherein der Kopf geschüttelt, wenn ein neuer Boll angekündigt wird, obwohl er mit Stoic, Rampage und Dafur bewiesen haben sollte, dass er im Stande ist, gute Filme zu drehen. Und ich stelle die Theorie auf, dass Boll – wenn er mit diesen Filmen in seine Karriere gestartet wäre – gar keinen schlechten Ruf hätte, sondern von vielen als ein Regisseur angesehen werden würde, der unangenehme und kompromisslose Filme abseits des Mainstreams dreht. Und wahrscheinlich würden die Leute auch anders über “Auschwitz” denken und ihn nicht dafür verteufeln, ein solches Thema anzufassen.